Fazit


Grundsätzlich ist es möglich, mit HvH ein schönes und qualitativ hochwertiges Haus zu bauen. Zumindest wir sind sehr glücklich über unser Haus und freuen uns jeden Tag neu.

Am leichtesten läßt es sich sicherlich mit HvH bauen (und das gilt vermutlich für die meisten Bauträger), wenn man möglichst wenig Änderungen an den entsprechenden Typhäusern aus dem Katalog durchführt. Bei uns lagen die Reibungspunkte vor allem an der Fußbodenheizung, die wir bei HvH bestellt hatten, deren Auslegung aber zu der von uns in Eigenleistung zu installierenden Wärmepumpe passen musste. Entweder nimmt man dann alle betroffenen Gewerke (Heizung & Sanitär, Estrich und evtl. auch Elektro) bei HvH raus oder versucht sich eben so wie wir mit den Firmen zu einigen. Letzteres war bei uns aber deutlich teurer, leider konnten wir bei HvH nicht mehr das Gewerk herausnehmen. Einige Firmen sind auch deutlich kooperativer als andere, wenn es darum geht zusätzliche Aufträge direkt zu erhalten. Besonders gut hat das mit dem Elektriker funktioniert, wobei wir sogar anteilig Eigenleistungen dabei hatten.

Viele haben mich nach den Preisen gefragt. Also: HvH bietet einen "Festpreis". Der steht und man kann sich auch darauf verlassen. Was heißt das nun? Dieser Preis gilt für die Arbeiten, die HvH vertraglich ausführt, nicht für die Arbeiten, die der Bauherr zusätzlich, evtl. erst auf der Baustelle beauftragt. Vertraglich heißt: Nicht nur das, was bei der Unterschrift festgelegt wird, sondern auch später bei der Baudurchsprache fällt in diese Regelung. Aber bei uns war der HvH-Preis nur ein Teil der Finanzierung. Viele Dinge müssen zusätzlich bedacht werden. Notarkosten und Grunderwerbssteuer sind fast in allen Ratgebern angegeben. Aber wie sieht's mit der Abfuhr nicht benötigter Erde aus, vor allem, wenn man mit Keller baut? Manchmal muss auch der Boden ausgetauscht werden, da er nicht tragfähig genug ist. Oftmals wird das bei HvH trotz Bodengutachten erst vor Ort festgestellt und kostet mehrere Tausend Euro zusätzlich. Oder eine Baustraße wird nötig, damit LKW besser an die Baugrube gelangen.
Wieviel Geld wird für Abwasser, Regenwasser, Strom, Telekom und evtl. Gas benötigt? Da geht es nicht nur darum, dass die Versorger die Leitung auf das Grundstück legen. Von da müssen sie auch noch ins Haus geführt werden. Da kommen mehrere 1000 ¤ zusammen! Und was ist mit den Außenanlagen? Terrasse, Treppe, Stellbereich für das Auto - am besten gepflastert. Mehrere Tausend Euro sind auch dafür einzuplanen. Lieber zu viel als zu wenig, vor allem, wenn man diese Arbeiten an Firmen vergeben muss. Auch an die Innenarbeiten denken. Das Malern kann recht günstig sein, aber die Kosten für die Fußbodenbeläge sollten nicht vernachlässigt werden.
Auf jeden Fall sollte man sich viel Mühe geben und immer wieder überlegen, ob was vergessen wurde. Nachbarn fragen oder bei Stadtwerken, Tiefbauunternehmen etc. um die Kosten möglichst gut abschätzen zu können. Wir haben die Daten dann in eine Excel-Tabelle eingegeben, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt hat. Später haben wir dann auch die bezahlten Beträge und das noch vorhandenen Eigenkapital und Darlehen dort eingetragen, so dass wir jederzeit sofort sehen konnten, wieviel Geld noch verfügbar war bzw. wohin sich die Planung (die geplanten Beträge wurden angepaßt, wenn Angebote oder Rechnungen vorlagen) entwickelte. Aber bitte fragt nicht nach der Excel-Tabelle. Sie ist ganz speziell auf unsere Verhältnisse zugeschnitten, jeder möchte sich da selbst Gedanken machen, wie er sowas realisiert.

Finanzierung: Wenn genug Eigenkapital (oder das Grundstück) vorhanden ist, dann sollte man die Finanzierung unbedingt bis nach der Baudurchsprache aufschieben. Nichts desto trotz kann man sich schon um eine Bank kümmern und per Finanzcheck feststellen, welche Summe finanzierbar ist. Die erste bzw. die ersten beiden Raten von 2% und 4% an HvH muss man dann selbst bezahlen können. Um diese möglichst klein zu halten kann man erst mal nur den Vertrag über das Standardhaus unterzeichnen und bei der Baudurchsprache die gewünschten Optionen "dazubuchen". Allerdings können diese bis dahin teurer geworden sein, denn die Baudurchsprache ist oftmals erst ein paar Wochen nach der Unterzeichnung des Vertrages (nach erfolgter Bodenprobe). Auf jeden Fall sollte man die Gelegenheit nutzen und beim Tag der offenen Tür in Isernhagen die Ausstellung besuchen. Hier erfährt man auch, welche Ausstattung beim gewählten Haustyp Standard ist und wo man zusätzlich bezahlen muss und wie viel. Vor allem sollte man dies tun, wenn man die Finanzierung vor Vertragsunterzeichnung bzw. Baudurchsprache machen muss.
Aufgrund der Bauzeit und der vorherigen Planungszeit kommen eigentlich nur Finanzierungen in Frage, auf die man mindestens 6 Monate noch keine Bereitstellungszinsen zahlen muss - und ich kann mir nicht mal vorstellen, dass dies mal bei jemandem gereicht hat. Auf jeden Fall zahlt man bereits Kreditzinsen für das Geld, dass man bereits entnommen hat und später zusätzlich die Bereitstellungszinsen. Man wird also meist doppelt belastet, da man zu diesem Zeitpunkt noch zur Miete wohnt. Auch dies ist unbedingt einzuplanen. HvH verlangt von der Bank eine Garantie, dass genügend Geld vorhanden ist. Aus diesem Grund werden die Zinsen auch nicht vom Kreditkonto abgebucht, sondern vom Girokonto eingezogen (so hat es jedenfalls die DiBa bei uns getan).

Bei uns hat sich die Bauzeit von knapp sechs Monate durch den Winter leider um einige Wochen verlängert. Das hat uns geärgert und wäre vielleicht vermeidbar gewesen. Wer im Frühling anfängt, sollte solche Probleme bei HvH nicht haben, ich wüßte jedenfalls nicht, wie sich HvH da herausreden will. Im nachhinein sind wir aber noch gut dran gewesen, denn hier im Baugebiet haben einige deutlich länger gebraucht (bei anderen Baufirmen). Sicher, wir wissen nicht, ob das auch an den Bauherren lag, die mit ihrer Eigenleistung nicht nachgekommen sind, aber schön ist sowas nicht. Es gab aber auch einige Häuser, die trotz Massivbauweise extrem schnell errichtet wurden. Da wurde schon der Klinker gemauert, als gerade erst die Decke vom Erdgeschoss fertig war...

Einige Nacharbeiten mussten noch erledigt werden, nachdem das Haus übergeben war. Bei der Übergabe wird festgelegt, welchen Wert diese Arbeiten in etwa haben. Diesen Betrag kann man von der Schlussrechnung einbehalten, bis die jeweiligen Arbeiten ausgeführt wurden.
Obwohl wir einen Gutachter hatten, der noch strenger war als unser Bauleiter, kann man aber sagen, dass der Bauleiter bei berechtigten Mängeln auf unserer Seite war und bei den entsprechenden Firmen Druck gemacht hat, damit diese abgestellt werden. Das ist wohl nicht immer so. Er hat uns auch bei den Problemen mit der Fußbodenheizung geholfen und einfach den Installationsbetrieb ausgetauscht.

Die hier gemachten Angaben gelten für unseren Haustyp und Bauzeitpunkt. HvH wird die Abläufe weiter entwickeln, so dass hier gegebene Tipps unter Umständen nicht mehr angewendet werden können. Dies bitte beachten.